Unsere Tochter kam vor 21 Jahren mit besonderem Erbgut zur Welt. Von Anfang an war es unsere Aufgabe als Familie, ihr vielfältige Möglichkeiten für Entwicklung und Erfahrung zu bieten. Wir sind es gewohnt, neue Wege zu gehen und Unbekanntes auszuprobieren. Leider sind wir dabei auch auf Leistungen unterschiedlicher Einrichtungen angewiesen und stoßen dabei immer wieder auf Hürden.
Bei der PVA erleben wir das Pflegegeldgutachten als durchgehend defizitorientiert. Viele Pflegetätigkeiten, die wir täglich leisten, finden im Leistungskatalog des Pflegegeldes schlicht keinen Platz, und vieles hängt vom jeweiligen Gutachter ab. Auch die Selbstversicherung bei der Pflege eines behinderten Kindes bringt jährlich denselben Fragebogen mit sich, ob die Pflege noch stattfindet, verbunden mit dem Hinweis, jede Änderung melden zu müssen, obwohl sich an unserer Situation nichts ändert. Heuer kam eine neue Frage zur Hauptpflegeperson dazu. Mittlerweile raten uns selbst Mitarbeiterinnen der PVA, diese Frage mit Nein zu beantworten, denn ein Ja zieht einen weiteren Fragebogen nach sich, in dem Pflegetätigkeiten minutengenau eingetragen werden müssen.
Ich begleite seit 15 Jahren Familien mit Behinderungen und weiß, unsere Erfahrungen sind kein Einzelfall.
*Namen der Personen, die anonyme Berichte abgeben haben, sind der Lebenshilfe Österreich bekannt.

