"Die Ärzte müssen die Erkrankungen gut kennen, die sie beurteilen sollen."

Es gab eine Begutachtung zur Feststellung des Grads der Behinderung. Ich habe verschiedene Erkrankungen (hEDS, POTS, abdominelle Kompressionen, TOS, usw) aber wurde von einem Allgemeinmediziner begutachtet.

Er war nett und freundlich und bat mich mal zu erzählen, warum ich hier bin. Danach gab es noch eine kurze allgemeine Untersuchung (Reflexe usw.). Ich fragte ihn, ob die abdominellen Kompressionen etwas bekanntes wären. Er meinte, das wäre gar nicht so selten und hätte er schon öfter gesehen. Nach etwa 10-15 Minuten meinte er, er kenne sich aus und ich würde dann den Bescheid kriegen. In welche Richtung es geht (mehr oder weniger als 50%) wollte er nicht beantworten.

Ich bekam einige Wochen später den Bescheid:  30%, nur hEDS (als Hypermobilitätssyndrom!) und POTS wurden überhaupt angeführt.

Ich habe Beschwerde eingelegt – danach wurden folgende Diagnosen hinzugefügt: TOS und Raynaudsyndrom als Begleiterscheinung vom „Hypermobilitätssyndrom“, Dunbar Syndrom, Nussknacker Syndrom, Eisenmangelanämie.

Ich habe mehrmals Beschwerde eingelegt, mittlerweile ist der Fall bei Gericht und ich warte auf weitere Bearbeitung. Ich habe im Mai 2025 den Antrag gestellt und jetzt im September 2026 immer noch keine finale Entscheidung.

Die Ärzte müssen die Erkrankungen gut kennen, die sie beurteilen sollen. Ein Allgemeinmediziner kann meiner Erfahrung nach nicht abschätzen, wie einschränkend so komplexe Krankheitsbilder sind, wo schon die Experten an ihre Grenzen stoßen.

Man muss so viele Arztbriefe bringen, und die sollen dann alle nichts wert sein – wozu dann überhaupt diese einholen? Wenn rein nach den Diagnosen begutachtet wird braucht es die Arztbriefe nicht. Sie behaupten zwar, es wird nach dem Beschwerdebild entschieden, dies spiegelt sich aber in den Gutachten nicht wider. In meinem Fall wird zbsp. von „normalen Ernährungszustand“ gesprochen, weil ich Normalgewicht habe. Mit wieviel Mühe ich dieses Normalgewicht halte, während ich trotzdem Mangelernährt bin, wurde nicht berücksichtigt.

*Namen der Personen, die anonyme Berichte abgeben haben, sind der Lebenshilfe Österreich bekannt.

"Die Ärzte müssen die Erkrankungen gut kennen, die sie beurteilen sollen."
Sitzende Person mit langen Haaren, dunkler Jacke und heller Hose, die beide Hände zwischen den Knien hält. Das zur Seite gedrehte Gesicht ist durch Bewegungsunschärfe verschwommen.
ℹ️ KI generiertes Bild