In 42-jähriger Laufbahn als blinde Frau kann ich so einige Highlights berichten: Ich werde zum Glück nur in sehr unregelmäßigen Abständen begutachtet, aber dafür meist umsonst. Ergebnis: Immer noch stockblind. Ich hatte schon Ärzte hier sitzen zum Kaffeetratsch, weil sie eigentlich nicht wirklich wussten, was sie bei mir machen sollen. Ein Augenarzt, der alle paar Jahre zur Begutachtung bez. Pflegegeld bestellt wurde, hat immer wieder betont, wie unnötig es sei, mich herzubestellen. Meine Diagnose ist eindeutig.
Die Untersuchung beim Sozialministeriumservice bez. Familienbeihilfe war dafür eher erniedrigend. „Wieso gehen‘s denn net in Pension? Was können sie denn schon arbeiten?“ und dann grabscht der mir mit seinen von der letzten Tschik noch stinkenden Fingern ins Gesicht. Ausziehen musste ich mich dafür zum Glück noch nie, aber das wäre auch schwer zu argumentieren, wenn’s nur um die Augen geht.
– Daniela

