„Wie ist es hier gefangen zu sein?“

Im Rahmen einer Begutachtung kamen 2 Personen in mein Schlafzimmer. Von einer dieser beiden Personen wurden mir sehr viele Fragen gestellt, die mit der eigentlichen Situation nichts zu tun hatten. Einige der Fragen waren als Suggestivfragen formuliert. Viele Fragen und Aussagen wurden außerdem sehr bedrängend und/ oder einschüchternd formuliert. Außerdem wurden viele meiner Antworten unterbrochen, Teile meiner Antworten wurden ignoriert. Als ich das Wort „Selbstbestimmung“ erwähnte, wurde dieses Recht als „schönes Wort“ abgetan. Von mir genannte und beweisbare Tatsachen wurden ebenfalls einfach abgetan. Da ich den allergrößten Teil meines Tages krankheitsbedingt in meinem Schlafzimmer verbringe wurde meine mitanwesende Assistentin befragt: „Wie ist es hier gefangen zu sein?“. Diese Frage, insbesondere deren Formulierung empfand ich als äußerst respektlos. Auch meine Assistentin fühlte sich unwohl.

Es wurde angekündigt, dass meine Wohnung begutachtet werden müsse, da dies maßgeblich an den Unterstützungsbedarf gekoppelt sei- allerdings geschah dies nicht.

Während der gesamten Befragung, die in diesem Fall mehr als eine Stunde dauerte, hat die Gutachterin kein einziges Wort mitgeschrieben.

Eine Beschwerde meinerseits inkl. Gedächtnisprotokoll von mir persönlich, sowie einem Gedächtnisprotokoll meiner Assistentin hatte keine sicht- oder spürbaren Konsequenzen.

Begutachtungen im eigenen Zuhause sollten entsprechend sensibel durchgeführt werden.

Eine rechtzeitige, schriftliche Ankündigung wann und wie die Begutachtung stattfindet, wer und wie viele Personen diese durchführen, eine kurze Vorstellung mit Namen und Fachgebiet bei der Begutachtung sollten nicht zu viel verlangt sein.

Suggestivfragen, Beleidigungen, Augen- Verdrehen, abwertende Gestik oder Mimik, bedrängende Fragen, (die nichts mit der Situation zu tun haben), sowie jegliches weitere respektlose oder der Würde beraubendes Verhalten sollte unterlassen werden und bei einer Meldung entsprechend untersucht, sowie bei entsprechender Beweislage, auch Konsequenzen nach sich ziehen.

Transparenz und Informationen von behördlicher Seite müssen gegeben sein, damit man einschätzen kann, was notwendig und legal ist, um sich ggf. zur Wehr setzen zu können!

*Namen der Personen, die anonyme Berichte abgeben haben, sind der Lebenshilfe Österreich bekannt.

„Wie ist es hier gefangen zu sein?“
Sitzende Person in dunkler Kleidung mit verschränkten Händen im Schoß. Das zur Seite gedrehte Gesicht ist durch Bewegungsunschärfe verschwommen.
ℹ️ KI generiertes Bild