"Eine kurze Momentaufnahme darf nicht darüber entscheiden, ob jemand Unterstützung bekommt."

Bei meinen Begutachtungen hatte ich den Eindruck, dass das hypermobile Ehlers-Danlos-Syndrom fachlich nicht verstanden wurde. Es wurden Standardtests gemacht wie: Kann ich den Boden berühren, hinter dem Rücken die Hände zusammengeben oder normal gehen? Genau diese Tests sind bei einer Hypermobilität absurd: Natürlich kann ich viele dieser Bewegungen – das ist Teil meiner Erkrankung und kein Beweis dafür, dass ich nicht eingeschränkt bin.

Schmerzen, Gelenkinstabilität, Orthesen, Schulter- und Handprobleme sowie starke Schwankungen zwischen guten und schlechten Tagen wurden kaum berücksichtigt. So entsteht eine Momentaufnahme, die mit meinem tatsächlichen Alltag wenig zu tun hat. Das Ergebnis: Meine Einschränkungen werden unterschätzt, weil Symptome meiner Erkrankung fälschlich als körperliche Leistungsfähigkeit gewertet werden.

Bei Begutachtungen müssen Erkrankungen wie das hypermobile Ehlers-Danlos-Syndrom endlich fachgerecht beurteilt werden. Hypermobilität darf nicht als „gute Beweglichkeit“ und damit als fehlende Einschränkung gewertet werden – sie ist Teil der Erkrankung.

Entscheidend müssen Schmerzen, Instabilität, Hilfsmittel, Verletzungen, Operationen und die tatsächliche Belastbarkeit im Alltag sein. Eine kurze Momentaufnahme darf nicht darüber entscheiden, ob jemand Unterstützung bekommt.

*Namen der Personen, die anonyme Berichte abgeben haben, sind der Lebenshilfe Österreich bekannt.

"Eine kurze Momentaufnahme darf nicht darüber entscheiden, ob jemand Unterstützung bekommt."
Sitzende Person mit kurzen lockigen Haaren, dunklem Pullover und heller Hose. Das zur Seite geneigte Gesicht ist durch Bewegungsunschärfe verschwommen.
ℹ️ KI generiertes Bild